AT-OeStA/HHStA SB Rosenau Schloßarchiv Rosenau [Schallenberg], 1585-1921 (Bestand)

Archivplan-Kontext


Angaben zur Identifikation

Signatur:AT-OeStA/HHStA SB Rosenau
Titel:Schloßarchiv Rosenau [Schallenberg]
Entstehungszeitraum:zwischen 1585 und 1921
Stufe:Bestand

Angaben zum Umfang

Anzahl:220
Archivalienart:Verschiedene Archivalientypen ohne genauere Spezifizierung

Angaben zum Kontext

Aktenbildner-/Provenienzname:Jeweiliger Inhaber der Herrschaft Rosenau (im Waldviertel)
Archivierungsgeschichte:Das Herrschaftsarchiv Rosenau setzt sich aus einigen unterschiedlichen Komponenten, mit vielen Archivalien, die gar nicht hier entstanden sind, zusammen, die sehr gut die Geschichte der Herrschaftsbesitzer und ihre verwandtschaftlichen Verbindungen widerspiegeln.
Die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts erhaltenen Urkunden (insg. 64 Stück) stammen zu einem guten Teil aus dem Bestand von angeheirateten Familien (Gurland, Landau, Stubenberg), wenngleich der größte Teil doch von den Besitzern der Herrschaft Rosenau (1614-1803), also v.a. von den Herren/Grafen von Schallenberg herrührt. Diese Urkunden weisen alle eine Fülle von Olimsignaturen auf, die Hinweise auf Herkunft und frühe Ordnungssysteme bieten.
Die insgesamt ca. 50 Handschriften gliedern sich wiederum grob in zwei Teile: So stammen einige Handschriften aus dem Familienarchiv der Schallenberg (ein zweiter Teil des Familienarchivs befindet sich im Oberösterreichischen Landesarchiv), die wohl im 18. Jahrhundert nach dem Aussterben der oberösterreichischen Linie der Schallenberg nach Rosenau gelangten. Darunter befinden sich Briefbände mit einigen Tausend Briefen, ein Diarium des Georg Christoph von Schallenberg aus den 1630ern (II/83), eine Familienchronik mit eingeklebten Originaldokumenten (II/96), Aufzeichnungen über die Stände (Einige Schallenberg waren hochrangige ständische Beamte.) u..v.m. Dieser Bestand dürfte schon im 18. Jahrhundert geordnet worden sein, weisen doch der einzige nicht in Doppelblätter zerlegte Briefband (Hs. II/96) oder das Diarium von Georg Christoph (II/83) Olimsignaturen aus diesem Jahrhundert (?) auf. Im Briefband II/80 findet sich überdies der Vermerk aus dem 18. Jahrhundert Lad 101°, fasci. 2ndas. Correspondentiae diversorum cum d. comitissa Isabella Rosina, nata à Schallenberg. Ein Großteil dieses Familienarchivs (Vgl. Inventar) hat jedoch Ledereinbände (die z.t. mit Pergamentblättern mit liturgischen Texten aus dem Spätmittelalter überzogen sind), auf die keine Signaturen angebracht wurden.Der zweite Teil der Handschriften enthält eine große Anzahl von Urbaren, Fassionen u. dgl. der Herrschaft Rosenau, sowie der im Laufe des 18. Jahrhunderts erworbenen Herrschaften Rottenbach, Schickenhof, Marbach am Walde und Oberamt. Auch einige von diesen Handschriften weisen Olimsignaturen auf, die mglw. z.t. aus dem 18. Jahrhundert stammen dürften (II/78, 82, 100). Bei einem Großteil dieser Gebrauchshandschriften findet sich noch eine einheitliche rote Olimsignatur, die aufgrund ihres Aussehens wohl zwischen ca. 1850 und 1924 angebracht worden ist (II/72, 74, 81, 82, 85, 86, 87, 88, 89, 91, 92, 94, 95, 100, 101, 103, 104, 105, 106). Dabei wurden die Handschriften der verschiedenen Herrschaften (Oberamt/Hirschbach wurde zu Rottenbach gereiht.) nebeneinenader und innerhalb der Herrschaften grob chronologisch aufgestellt. Daß sich diese rote Signatur auf keiner Handschrift des sg. Familienarchivs befindet, könnte ein Indiz für getrennte Aufbewahrung in besagtem Zeitraum sein.Der größte Teil des Aktematerials sind Herrschaftsakten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, wobei die Landgerichtsakten seit dem Ende des 17. Jahrhunderts ziemlich geschlossen erhalten sind. Daneben finden sich z.B. sich ein großer Bestand der von Georg Ritter von Schönerer geführten Land- und Forstwirtschaftlichen Gesellschaft in Zwettl oder Privatakten von Frhn. Andreas von Stifft, der seit 1848 Unterstaatssekretär im Finanzministerium war. Wenige Akten stammen auch von der Herrschaft Dobersberg (II/61), wobei nicht geklärt ist, auf welchem Wege diese nach Rosenau gelangten.
Über die Ordnungsprinzipien von vor 1905 gibt es keine Hinweise. (Eine Ordnung des Aktenmaterials könnte es Mitte des 19. Jahrhunderts – im Zuge der Übergabe von Akten an die neu geschaffenen Bezirksämter und Bezirksgerichte – gegeben haben. Die Herrschaft nahm 1850 Kontakt mit Dr. Brandlmaier aus Zwettl auf, um zu klären, welche Verzeichnisse von den zu übergebenen Akten zu erstellen seien. Dr. Brandlmaier ließ sich wiederum u.a. von einem Archivisten Hofmann beraten. [I/59]. Möglicherweise wurden die Akten in diesem Zusammenhang überhaupt neu geordnet.).
1905 wurde von den Akten ein Inventar, das allerdings nur aus Schlagwörtern bestand, erstellt (Archiv-Faszikel-Verzeichnis). Den Urkunden wurde in diesem Verzeichnis die Sigle 1 zugeteilt, die Handschriften wurden überhaupt nicht berücksichtigt. Datiert ist diese Inventar mit Schloß Rosenau, am 18. Maien 1905. Unklar bleibt, wer dieses Inventar erstellt hat, möglicherweise der damalige Oberförster Pötzl. 1911 wird in der Österreichischen Kunsttopographie das Schloßarchiv als gut geordnet bezeichnet (Paul Buberl, Der Bezirk Zwettl. [=Österreichische Kunsttopographie VIII, Wien 1911] 380). 1924, 3 Jahre nach dem Tod des Georg Ritter von Schönerer, wurde das nächste Inventar erstellt. Das Aktenverzeichnis von 1905 wurde dabei unverändert übernommen: Den 1905 vergebenen Nummern wurde allerdings die römische Zahl I vorangestellt. Die Urkunden, von denen die Bearbeiter nun Kurzregesten anfertigten, wurden aus dieser Ordnung herausgenommen und numeriert (II/1 bis II/66). Nun wurden auch die Handschriften aufgenommen, von denen aber nur die Titeln erfaßt wurden und die man schließlich beginnend mit II/67 den Urkunden nachreihte. Verfaßt wurde das Inventar vom Oberförster Fritz Hofbauer und vom damaligen Archivar des Stiftes Zwettl Dr. Benedikt Hammerl, wobei auch der Förster Otto Purgy und der Forstpraktikant Ludwig Wagesreither mitwirkten. Datiert ist dieses Inventar mit dem 7. bis 9. November 1924. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurden später von den Handschriften, die dem Familienarchiv Schallenberg zuzurechnen sind, äußerst knappe und unvollständige Inhaltsangaben erstellt.
Nach dem Erwerb der Herrschaft(en) durch die Deutsche Ansiedlergesellschaft wurde 1939 der erhaltene Bestand des Herrschaftsarchiv Rosenau (Von den Jahren 1900-1938 existieren nur ganz wenige Akten) an das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien übergeben, wo er sich auch heute noch befindet. Während Urkunden und Akten gemäß Inventar von 1924 benützbar waren und einige der Handschriften auch restauriert wurden, waren die Akten in eine heillose Unordnung geraten, nur ein kleiner Teil von ihnen konnte zumindest grob geordnet werden; der Aktenbestand war also praktisch nicht benütztbar. Beginnend mit Juni 1999 (bis Frühjahr 2000) wurden zunächst von den Urkunden umfangreichere (und korrigierte) Regesten erstellt, während der Inhalt der Handschriften möglichst genau aufgeschlüsselt werden sollte. Der Hauptteil der Arbeit bestand darin, die Akten zu ordnen und schließlich wesentlich genauer als im Verzeichnis von 1905 aufzunehmen (Insgesamt 38 Kartons). Obwohl das Ordnungssytem der Inventare von 1905 und 1924 nicht immer als sinnvoll erscheint, mußte dieses mit geringfügigen Änderungen beibehalten werden, da Handschriften nach diesem System bereits zitiert wurden und dies auch von den Urkunden und den Akten nicht ausgeschlossen werden kann. Außerdem hätte speziell bei den Akten eine nochmalige Umordnung einen mit dem Ergebnis in keinem Verhältnis stehenden Zeitaufwand bedeutet.

Angaben zu Inhalt und Struktur

Inhalt:Vertragsurkunden und Korrespondenzen der Familien Schallenberg, Herberstein, Gurland, Hackelberg, Hohenfeld, Tschernembl, Landau und andere Adelige; Protokolle des Ständischen Verordneten des "Horner Bundes" 1608; Privatakten des Andreas Freiherr von Stifft; Akten der Land- und Forstwirtschaftkichen Gesellschaft in Zwettl 1872-1881; Privatakten und korrespondenzen von Georg R. von Schönerer (1874-1909).
Herrschafts- und Wirtschaftsakten der Herrschaft Rosenau mit Rottenbachm Schickenhof, Marbach am Walde und Oberamt (18. bis 20. Jahrhundert).
Bewertung und Kassation:Dauerhaft aufzubewahren.

Angaben zur Benutzung

Zugangsbestimmungen:Der Bestand ist gemäß Bundesarchivgesetz (BGBl. I/162/1999) in Zusammenhang mit der Benutzerordnung des Österreichischen Staatsarchivs in der jeweils gültigen Fassung zugänglich.
Findhilfsmittel:Archivbehelf XIX/33

Angaben zu verwandtem Material

Veröffentlichungen:Roman Zehetmayer, Zur Geschichte der Herrschaft Rosenau im Waldviertel bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts, in: NÖLA. Mitteilungen aus dem Niederösterreichichen Landesarchiv 12 (2005), und ders., Das Herrschaftsarchiv Rosenau im Haus-, Hof- und Staatsarchiv, in: Das Waldviertel 50 (2001), 383-391.
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:keine
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.1950
Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=1419
 

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