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AT-OeStA/HHStA UR AUR 15598 Genannte bestätigen genannten Juden 1000 Mark böhmische Groschen zu schulden., 1389.01.14 (Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde))
Angaben zur Identifikation |
| Signatur: | AT-OeStA/HHStA UR AUR 15598 |
| Titel: | Genannte bestätigen genannten Juden 1000 Mark böhmische Groschen zu schulden. |
| Entstehungszeitraum: | 14.01.1389 |
| Stufe: | Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde) |
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Angaben zum Kontext |
| Provenienz: | Rep. 3; |
| Archivalienart: | Urkunde |
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Angaben zu Inhalt und Struktur |
| Regest: | Albrecht von Lichtenburg (Lewchtenburg), Herr zu Vöttau, Graf Johann der Ältere und Graf Johann der Jüngere, Reichsburggrafen zu Maidburg und Grafen von Hardegg, Heinrich von Leipa, Benesch von Krawarn, gesessen zu [Mährisch] Kromau, Jesk Ptaczek von Slaupa (Birkenstein, Pirkinstein), gesessen zu Polln, Peter von Sternberg, Wilhelm von Sternberg, gesessen zu Zlin, Jan von Meseritsch, Heinrich (Hynik) von Lichtenburg, Herr zu Vöttau, und ihre Erben erklären, dass sie den Juden Hetschel (Hetschlein) aus Herzogenburg, Sohn Meister Israels (Israhels) aus Krems, Smerlein (Smerleyn) und Eberlein (Eferlein), Söhne Isaks (Ysaaks) aus [Wiener] Neustadt, den Brüdern Peltlein und Haniko (Hanko) aus Salzburg, Oheime des Hetschel, der Jüdin Zisnaba (Czisnaba), Witwe des Schaul (Schawln) aus Znaim, und dem Juden Jakob (Jacoben), Efferleins Sohn aus Krems, und allen ihren Erben 1000 Mark böhmische Groschen mährischer Zahl, je 64 Groschen pro Mark, schulden, die sie vom kommenden Perchtentag (6. 1. 1390) über drei Jahre zurückzahlen sollen. Tun sie das nicht, kommt nach Ablauf der Zahlungsfrist pro Mark und Woche ein böhmischer Groschen an Zinsen hinzu. Für die Zinsen, die während der dreijährigen Laufzeit für die 1000 Mark anfallen, sollen sie den Juden pro Jahr 200 Mark der selben Währung dienen, wovon jeweils 100 Mark am St. Georgstag (24. 4.) und am St. Michaelstag (29. 9.) zu zahlen sind; die erste Zahlung dieses Dienstes ist am kommenden St. Georgstag fällig. Sollten die Aussteller innerhalb der genannten drei Jahre die laufenden Zinsen nicht zu den festgesetzten Stichtagen dienen, sollen auf die Schuldsumme und den Dienst Zinsen von einem böhmischen Groschen pro Mark und Woche gehen. Wenn die Juden die Schuldsumme, den Dienst und die Zinsen nicht länger vorstrecken wollen, sollen sie ausbezahlt werden. Geschieht dies nicht, soll jeder der Aussteller, den die Juden dazu auffordern, einen ehrbaren Knecht selbander mit zwei Pferden nach Wien ins Einlager schicken, wo diese gemäß Einlagerrecht verbleiben sollen, bis die Schulden zur Gänze bezahlt sind. Die Zinsen laufen weiter, unabhängig davon, ob Einlager geleistet wird oder nicht. Die Aussteller setzen ihren gesamten Besitz in Böhmen, Mähren, Österreich und anderswo als Sicherheit, aus dem die Landesfürsten, Herren, Pfleger, Vögte, Richter, Amtleute oder wer Gewaltinhaber ist den Juden nach Ablauf der Fristen auf deren Verlangen Pfänder stellen sollen, bis die Schuld samt Dienst und Zinsen beglichen ist. Wenn es von Seiten der Landesfürsten oder deren Vertretern zu Verzögerungen kommt, so haben die Juden oder deren Helfer das Recht, Leute und Gut der Schuldner in Städten, Märkten und Dörfern, auf dem Land und dem Wasser inner und außer Landes zu pfänden, bis alle Außenstände abgegolten sind; die Juden und ihre Helfer begehen dadurch keine Rechtsverletzung gegen die Aussteller und andere und dürfen daher von keiner Herrschaft und keinem Gericht belangt werden. Die Aussteller versprechen den Juden, die Schulden nicht an den Hof oder eine andere übergeordnete Instanz abzutreten und keine gegen die Juden gerichteten Frei-, Töt- oder Gegenbriefe zu erlangen, sondern sie selbst wie vereinbart zu bezahlen; wenn sie trotzdem Urkunden erlangen, die den Juden hinsichtlich der genannten Schuld schaden, sollen diese ungültig sein. Jedem, der diese Urkunde mit Einverständnis der Juden vorzeigt, gleich ob Jude oder Christ, soll die Schuld in gleicher Weise bezahlt werden. (Brugger/Wiedl) |
| Aussteller: | Albrecht von Lichtenburg (Lewchtenburg), Herr zu Vöttau, Graf Johann der Ältere und Graf Johann der Jüngere, Reichsburggrafen zu Maidburg und Grafen von Hardegg, Heinrich von Leipa, Benesch von Krawarn, gesessen zu [Mährisch] Kromau, Jesk Ptaczek von Slaupa (Birkenstein, Pirkinstein), gesessen zu Polln, Peter von Sternberg, Wilhelm von Sternberg, gesessen zu Zlin, Jan von Meseritsch, Heinrich (Hynik) von Lichtenburg, Herr zu Vöttau, und ihre Erben |
| Empfänger/Vertragspartner: | Juden Hetschel (Hetschlein) aus Herzogenburg, Sohn Meister Israels (Israhels) aus Krems, Smerlein (Smerleyn) und Eberlein (Eferlein), Söhne Isaks (Ysaaks) aus [Wiener] Neustadt, den Brüdern Peltlein und Haniko (Hanko) aus Salzburg, Oheime des Hetschel, der Jüdin Zisnaba (Czisnaba), Witwe des Schaul (Schawln) aus Znaim, und dem Juden Jakob (Jacoben), Efferleins Sohn aus Krems |
| Ort: | s.l. |
| Sprache: | Deutsch |
| Siegel: | 10 anhangende Siegel, teilweise beschädigt |
| Beschreibstoff: | Pergament |
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Angaben zur Benutzung |
| Reproduktion vorhanden: | Digitale Aufnahme |
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Angaben zu verwandtem Material |
| Veröffentlichungen: | Brugger/Wiedl, Regesten zur Geschichte der Juden in Österreich im Mittelalter, Bd. 4, S. 41f., Nr. 1911. |
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Verwandte Verzeichnungseinheiten |
| Verwandte Verzeichnungseinheiten: | keine |
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Benutzung |
| Schutzfristende: | 31.12.1419 |
| Erforderliche Bewilligung: | Keine |
| Physische Benützbarkeit: | Uneingeschränkt |
| Zugänglichkeit: | Öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
| URL: | https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=6105057 |
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