AT-OeStA/KA NL Militärische Nachlässe (NL), 1650 (ca.)- (Bestandsgruppe)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:AT-OeStA/KA NL
Title:Militärische Nachlässe (NL)
Creation date(s):after approx. 1650
Creation date(s), remarks.:Der Schwerpunkt liegt im Zeitraum von etwa 1800 bis 1945, wobei die die vorherige Zeit betreffenden Nachlässe und Nachlassteile meist Familiennachlässe betreffen oder später pertinenzmäßig zusammengestellt wurden (z. B. Raimondo Montecuccoli). Für die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg liegen autobiographische Notizen über die Kriegsgefangenschaft vor sowie wenige Nachlässe meist ranghoher Offiziere des 2. Österreichischen Bundesheeres.
Level:Bestandsgruppe

Information on extent

Number:2200

Information on context

Administration history:siehe Bestände
Archival history:Der heutige Zustand der Nachlasssammlung hat sich in hohem Maße aus der Behandlung der Bestände in der Vergangenheit entwickelt. Denn die Beschäftigung mit Schriftennachlässen setzt bereits durch kaiserliche Reskripte von 1749 und 1758 ein, in denen jede Versteigerung der Schriften verstorbener Persönlichkeiten, die im öffentlichen Dienst gestanden waren, an eine kaiserliche Genehmigung gebunden wurde. Registraturstücke waren unentgeltlich zu übergeben - und die Stücke, deren Ankauf im öffentlichen Interesse lag, sollten zu einem billigen Preis übernommen werden. Zu diesen Bestrebungen der Rückgewinnung von entfremdeten Akten oder der Nutzbarmachung des Inhalts weiterer Aufzeichnungen kam der Wunsch der Geheimhaltung militärischer Fakten - oder der einer Verwertung von Aufzeichnungen für die amtliche Geschichtsschreibung. So wurde durch Verordnungen und Instruktionen von 1758, 1776 und 1792 verfügt, beim Tode eines Staatsministers, Staatsrates oder einer hohen Militärperson hätte ein Vertreter der Behörde beziehungsweise des Archivs nach allen den Dienst betreffenden Schriften und Plänen in der Sterbewohnung zu forschen und diesbezügliches Material, auch Projekte, Bemerkungen und Aktenauszüge, zu übernehmen. Eine ähnliche Vorgangsweise wurde noch 1854 verlautbart, bis dann 1869 - etwa auf dem militärischen Sektor - solche Verfügungen „als nicht mehr zeitgemäß und den privatrechtlichen Interessen entgegen“ auch von den Behörden empfunden wurden. Vom Zwang sei abzusehen, nötigenfalls wäre durch das Archiv eine Ersteigerung oder ein Kauf zu beantragen. Das auf diese Weise an das Archiv gelangte Schriftgut wurde aber nicht als ein besonderer archivalischer Körper behandelt, sondern, den damaligen Anschauungen gemäß, aufgelöst und nach dem Pertinenzprinzip vorwiegend in die Bestände "Mémoires" und "Feldakten" eingereiht. Erst später entschloss man sich, größere Nachlässe in ihrem ursprünglichen Zustand zu belassen und dafür eine eigene Abteilung inerhalb des Bestandes "Mémoires" zu schaffen.

Im Jahre 1993 wurde im Österreichischen Staatsarchiv eine Bestandsgruppe „Nachlässe und Sammlungen“ eingerichtet, die Nachlässe von militärischen und zivilen Einzelpersönlichkeiten des 17. bis 20. Jahrhunderts verwaltete. Diese Gruppe war im wesentlichen aus der Bestandsgruppe „Nachlässe“ des Kriegsarchivs hervorgegangen und wurde 2002 wieder in das Kriegsarchiv eingegliedert. Bei der Neustrukturierung des Österreichischen Staatsarchivs im Jahre 2003 wurde diese Nachlassgruppe geteilt: Die militärischen Nachlässe blieben beim Kriegsarchiv, die nicht-militärischen Nachlässe wurden dem Allgemeinen Verwaltungsarchiv angeschlossen.

Information on content and structure

Content:siehe unter Bestände
System of arrangement:Ablage im numerus currens-System, nach dem Zeitpunkt ihres Einganges. Nach der arabischen Zahl als Grundsignatur finden sich noch Großbuchstaben, die jeweils über die physische Beschaffenheit des Bestandes Aufschluß geben: A steht für Überformate, B bedeutet Schriftgut, C wiederum signalisiert, dass es sich um einen Bildnachlass handelt.

Conditions of access and use

Finding aids:16 Bände (numerus currens) und ein Registerband

Information on related materials

Related material:Nachlässe im Allgemeinen Verwaltungsarchiv (Zivilpersonen), Familienarchive im Allgemeinen Verwaltungsarchiv, Nachlässe im Haus-, Hof- und Staatsarchiv. Einzelne militärische Nachlässe (etwa von Julius Deutsch) liegen im Heeresgeschichtlichen Museum vor, neuere (2. Österreichisches Bundesheer) in der Militärgeschichtlichen Forschungsabteilung des Heeresgeschichtlichen Museums. In den kriegswissenschaftlichen Mémoires und Manuskripten des Kriegsarchivs finden sich zum Teil auch (auto)biographische, personenbezogene Angaben privater, nichtamtlicher Provenienz Karten und Bilder wurden zum Teil den Nachlässen entnomen und in die Karten- und Bildersammlung eingereiht.
Publications:Fritz Reinöhl, Politische Nachlässe des 19. Jahrhunderts in den staatlichen Archiven Österreichs, in: Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine, Jahrgang 1929, S.210-220; Otto Meissner, Privatarchivalien und Privatarchive, in: Archivalische Zeitschrift, 55. Band, 1959, S.117-127; Hermann Schreyer, Die Gliederung von Nachlässen. Ein Beitrag über Ordnungsarbeiten an Nachlaßschriftgut, in: Archivmitteilungen, 12. Jahrgang, 1962, S. 14-20; Peter Broucek, "Nachlässe und Donationen", eine Sammlung des Kriegsarchivs, in: Scrinium, Heft 7, 1972, S. 5-14; Peter Broucek, Die Handschriftensammlungen des Kriegsarchivs, in: Scrinium, Heft 11, 1974, S.22-35; Peter Broucek, Die Nachlässe im Österreichischen Staatsarchiv, in: Scrinium, Heft 22/23, 1980, S. 117-123; Peter Broucek, Ungedruckte Prüfungsarbeiten aus Österreich zur östrreichischen Militärgeschichte, in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, Band 34, 1981, S.464-479; Johann Christoph Allmayer-Beck/Peter Broucek/Manfried Rauchensteiner, Militärgeschichte in Österreich von 1918 bis 1938/45, in: Militärgeschichte in Deutschland und Österreich vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart (=Vorträge zur Militärgeschichte, Band 6), Bonn 1985, S. 87-107; Peter Broucek, Der erste Weltkrieg in der österreichischen Geschichtsschreibung zwischen 1914 und 1984, in: Neue Forschungen zum Ersten Weltkrieg. Literaturberichte und Bibliographien (=Schriften der Bibliothek für Zeitgeschichte, Band 25), München 1985, S.267-285; Peter Broucek, Nachlässe zur Geschichte der k.u.k. Kriegsmarine im Kriegsarchiv, in: Scrinium, Heft 38, 1988; Peter Broucek, Traditionsverständnis und Zukunftsvisionen in literarischen Arbeiten österreichischer Offiziere, in: Jürgen Nautz/Richard Vahrenkamp (Herausgeber), Die Wiener Jahrhundertwende (=Studien zur Politik und Verwaltung Band 47), Wien-Köln 1993; Peter Broucek/Kurt Peball, Geschichte der österreichischen Militärhistoriographie, Köln-Weimar-Wien 2000; Robert Rill, Nachlässe sammeln im Kriegsarchiv Wien. Ein historischer Überblick, in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 56/2011, S. 239-270

Additional comments

Comments:Es sind nicht alle Nachlässe frei zugänglich, da manche nur als "Depot" im Kriegsarchiv hinterlegt wurden und sich daher nicht im Besitz des Österreichischen Staatsarchivs befinden. Andere können aus Gründen des Datenschutzes nicht ausgegeben werden. Manche Nachlässe sind nur mit spezieller Bewilligung zugänglich.
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
AT-OeStA/HHStA SB Sonderbestände: Nachlässe, Familien- und Herrschaftsarchive, 1180-2005 (Bestandsgruppe)
 

Usage

Permission required:Beschränkter Zugang (kons. od. tech. Gründe)
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=6739
 

Social Media

Share
 
Home|Login|de en fr it nl
Online queries in archival fonds