AT-OeStA/KA Pers MLST Musterlisten und Standestabellen der k. k. Armee (MLST), 1740 (ca.)-1820 (Bestand)

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:AT-OeStA/KA Pers MLST
Title:Musterlisten und Standestabellen der k. k. Armee (MLST)
Creation date(s):approx. 1740 - 1820
Creation date(s), remarks.:In den 12.603 Kartons sind nur wenige Musterlisten zu finden, die von Regimentern auch aus der Zeit vor 1740 erhalten geblieben sind. Über 1820 hinaus bis in die 1830er Jahre sind - jedoch nur vereinzelt - in diesem Bestand Namenslisten der Grenzinfanterieregimenter eingelegt. Bis 1829 reichen die Standesakten der Verpflegsmagazine.
Level:Bestand

Information on extent

Number:12603
Archival Material Types:Akten

Information on context

Name of the creator / provenance:Jeweils die einzelnen Regimenter, Bataillone, Korps (Infanterie, Jäger, Grenzinfanterie, Garnisonsbataillone, Kavallerie, Artillerie, Geniekorps, Pionierkorps, Pontonierkorps, Fuhrwesenkorps usw.), Grenzkordons, Beschäl- und Remontierungsdepartements, Monturanstalten, Regiments-Erziehungshäuser, Invalidenhäuser, Spitäler, Medikamentenregie, diverse Freiwilligenkorps, Formationen aller Waffen- und Truppengattungen sowie sonstige Formationen.
Administration history:Der Zeitpunkt, zu dem der Soldat nicht mehr auf eigene Kosten diente, sondern Sold oder zumindest Verpflegung erhielt, ist der Beginn der militärischen Standesführung und Verrechnung, wobei das Schwergewicht auf der Verrechnung lag.

So entstanden Listen über den ausbezahlten Sold sowie Listen, nach denen bei den Musterungen der tatsächliche Stand des jeweiligen Truppenkörpers überprüft wurde.

Die Listen wurden von den Fourieren (vor 1722 von den Musterschreibern) der einzelnen Truppenkörper zu den Musterungen vorbereitet und von den mit der Musterung beauftragten Kriegskommissären überprüft.
Die von Maria Theresia am 30. April 1749 erlassene Instruktion definiert die Musterung als einen "Actus, durch welchen der Stand der Truppen, ihre Verpflegung und Wirtschaft evident gemacht wird ob und wie das Verordnete in Puncto der Disciplin und Policey zum Effekt komme".
- - - Die Auszahlungslisten, die Verpflegslisten (Namenslisten) und die zahlenmäßigen Feuergewehrstand-Berechnungen wurden überwiegend durch Skartierung ausgeschieden.

Die Musterlisten und Standestabellen der diversen Truppenkörper sind ungefähr ab dem Regierungsantritt Maria Theresias erhalten geblieben.

Von den Musterlisten wurden drei Ausfertigungen angelegt - ein Exemplar gelangte an den Hofkriegsrat (und damit weiter an das Kriegsarchiv), ein Exemplar an den Regimentsinhaber (kaum erhalten - die Musterlisten des Infanterieregiments Nr. 4 sind ab 1695 im Deutsch-Ordens-Zentralarchiv in Wien), ein Exemplar verblieb beim Regiment (ebenfalls kaum erhalten - Musterlisten des Infanterieregiments Nr. 42 von 1703 bis 1742 befinden sich im Staatsarchiv in Brüssel).

Die Führung der Standestabellen ermöglichte die Überprüfung der Ausgaben von Geld und Verpflegungen.

Die Musterungen (also die Überprüfung des tatsächlichen Standes des jeweiligen Truppenkörpers) wurden bis 1767 in der Regel zweimal im Jahr abgehalten (Frühjahrs- und Herbstmusterung). Ab 1768 nach Einführung des neuen Militärökonomiesystems (25.9.1767) und der damit verbundenen Abschaffung der "Regimenterpauschalien" wurden die Musterungen normalerweise einmal im Jahr abgehalten (meistens im Herbst).

Besonders in Kriegszeiten wurden oft jahrelang keine Musterlisten angelegt. Teilweise wurden statt Musterlisten lediglich REVISIONSLISTEN angelegt, in denen zwar alle Offiziere und Mannschaftspersonen namentlich aufgelistet wurden (und so den Zweck, den tatsächlichen Stand des jeweiligen Truppenkörpers zu ermitteln, erfüllten), jedoch wurden keine Personendaten hinzugefügt.
Archival history:Mit Erlass des Kriegsministeriums Präs. Nr. 1026 vom 27. März 1896 wurde die Übergabe der Musterlisten und Standesakten an das Kriegsarchiv angeordnet. Die Archivalien wurden der Sektion III der Schriftenabteilung des Kriegsarchivs zugeordnet (wurde in weiterer Folge ein Referat der Abteilung 1, ab 1945 Abteilung 1, aktuell in der Bestandsgruppe 1: Personalevidenzen).

Der Bestand umfasste ursprünglich ca. 7500 Faszikel. In den Jahren 1994 - 1997 wurde der Bestand in 12.603 Kartons umgelegt. Die Teilung der Musterlisten in zwei Gruppen, nämlich in die
- im Jahre 1820 noch bestehenden Truppenkörper und Formationen
sowie in die
- vor dem Jahre 1820 aufgelösten Truppenkörper und Formationen,
wurde beibehalten.

Information on content and structure

Content:Zur Übersicht wurden von den einzelnen Truppenkörpern angelegt: MUSTERTABELLEN des Regimentsstabes mit den Unterteilungen des Truppenkörpers (Kompagnien, Escadronen usw.).
- In der Mustertabelle sind die Personen, die dem Stab angehörten, eingetragen, weiters sind die Hauptleute der Kompagnien (Rittmeister der Escadronen usw.) sowie alle weiteren Offiziere namentlich (vorwiegend nur der Familienname) angeführt.

MUSTERLISTEN:
Musterlisten des Stabes, des supernumerairen Stabes sowie Musterlisten der einzelnen Kompagnien (bzw. Escadronen usw.).

Die Personen sind in jeder einzelnen Liste nach Chargen geordnet (Offiziere, dann Unteroffiziere, danach Gemeine (= einfache Soldaten), eine alphabetische Reihung war nicht vorgesehen.

Es wurden keine alphabetischen Namenslisten zu den Unteroffizieren und einfachen Soldaten (= Wachtmeister, Corporal, Gemeiner usw.) angelegt, - weder jahrgangsweise, noch über längere Zeitabschnitte reichend!

(Nur in sehr wenigen Ausnahmefällen - siehe dazu im Kartonverzeichnis die Details! - sind Grundbücher bestimmter Zeitabschnitte, meist um 1800 oder danach, von einigen Regimentern erhalten geblieben, die die Soldaten grobalphabetisch - auf den ersten Buchstaben geordnet - auflisteten).

Die Musterlisten enthalten um die Mitte des 18. Jahrhunderts (bis in die 1770er Jahre) nur spärliche Angaben zu den einzelnen Militärpersonen (Name, Altersangabe, Herkunft, Familienstand, Anzahl der Militärjahre und Charge),

- ab etwa 1780 schon etwas ausführlichere Angaben:

Charge, Vorname, Zuname, Geburtsort, Alter (kein Geburtsjahr, kein Geburtsdatum!),
Religion, Familienstand (kein Heiratsdatum, - bei Offizieren eventuell Hinweis auf Heiratskautionszahlung),
[sofern mitzuversorgen:] Anzahl der Kinder, Namen und Alter der Kinder (keine Geburtsdaten, keine Geburtsorte!),
(erlernter) Beruf, militärische Laufbahn (zum Teil nur Anzahl der Dienstjahre, Eintrittsdatum beim Militär),
zum Teil Vermerke über die Abwesenheit von der Kompagnie (wohin kommandiert), Angaben über die Körpergröße.

Die STANDESTABELLEN
bestehen aus den Monatstabellen sowie aus den Assentlisten und Transferierungslisten:

Die Monatstabellen enthalten die genaue Führung von Zuwachs und Abgang
(unter "abgegangen" sind zu finden: Verstorbene; aus dem Militärdienst Entlassene; zu anderen Kompagnien im Regiment Transferierte bzw. zu anderen Truppenkörpern Transferierte; in den Stand eines Invalidenhauses Transferierte; in Kriegsgefangenschaft geratene Militärpersonen; Vermisste; desertierte Militärpersonen),
weiters wurde in den Tabellen festgehalten, wer nicht bei der Truppe präsent war auf Grund von: Kommandierungen, Spitalsaufenthalten und Beurlaubungen - und zwar ebenfalls nach Kompagnien unterteilt.

Die Assentlisten enthalten:
Name, Geburtsort, Alter (kein Geburtsjahr, kein Geburtsdatum!), Religion, Familienstand, (erlernter) Beruf, allfällige Militärdienste bei anderen Mächten (Königreichen, Fürstentümern usw.), Körpergröße, Höhe des Werbgeldes, ärztlicher Vermerk über den Gesundheitszustand, Tag und Ort der Assentierung.

Die Transferierungslisten enthalten: Charge, Name , Geburtsort, Alter, Religion, Familienstand, Beruf, militärische Laufbahn, von welchem Truppenkörper zu welchem Truppenkörper die Transferierung erfolgte, Datum der Transferierung.

! NICHT ENTHALTEN: Angaben zu den Elternnamen und Herkunft der Eltern der Militärperson.

Vereinzelt sind in den Musterlisten Eintragungen wie z.B. "Soldatenkind" zu finden (auch wenn die Militärperson bereits im Erwachsenenalter war) - dies ist ein Hinweis, dass der Vater zumindest zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes Militärdienst geleistet hatte. Oft fehlt dann die Angabe des Geburtsortes (leider nur teilweise über die Ortsangaben auf den Musterlisten und Monatstabellen zu eruieren bzw. - sofern erhalten geblieben - über die Eintragung in den Regimentsmatriken).
System of arrangement:Die Listen und Tabellen eines Truppenkörpers / einer Anstalt bilden jeweils eine Einheit und sind chronologisch nach Jahren (Musterlisten) bzw. nach Monaten (Monatstabellen) geordnet.

Die Assent- und Transferierungslisten sind chronologisch nach Jahren geordnet, innerhalb eines Jahres sind die Listen oft nicht chronologisch geordnet (nur bei manchen Truppenkörpern monatsweise zusammengelegt - die erhalten gebliebenen Listen liegen meist mit den Monatstabellen in einem Karton beisammen; nur bei entsprechend großen erhalten gebliebenen Mengen sind sie auf mehrere Kartons verteilt).

- Speziell auf Grund der Tatsache, dass ein MILITÄRJAHR vom 1. November des vorangegangenen Kalenderjahres bis zum 31. Oktober des laufenden Kalenderjahres dauerte, finden sich bisweilen Assent- und Transferierungslisten der letzten Monate eines Jahres bei den Listen des darauf folgenden Jahres (keine exakte Auseinanderlegung durchgeführt).

Die Monatstabellen sind nach Kalenderjahren geordnet zusammengelegt (auf Grund des damals bestehenden Militärjahres kommt es immer wieder vor, dass von einem Kalenderjahr nur die Monatstabellen vom November und Dezember vorhanden sind, weiters die Monatstabellen vom Jänner bis Oktober des folgenden Kalenderjahres - damit ist das Militärjahr komplett -, in weiterer Folge fehlen manchmal wieder die Tabellen der anschließenden Monate November und Dezember, die schon zum nächsten Militärjahr gehören).

Conditions of access and use

Access regulations:Der Bestand ist gemäß Bundesarchivgesetz (BGBl. I/162/1999) im Zusammenhang mit der Benutzerordnung des Österreichischen Staatsarchivs in der jeweils gültigen Fassung zugänglich.
Language:Deutsch, Französisch
Finding aids:Lesesaalbehelfe:
Signatur 1/23: Kartonverzeichnis zu den im Jahre 1820 noch bestehenden Truppenkörpern und Formationen;
Signatur 1/24: Kartonverzeichnis zu den vor dem Jahre 1820 aufgelösten Truppenkörpern und Formationen.

Archivbehelfe:

Musterlisten-Kartei für Offiziere (Zettelkatalog, in Karteikästen):

Die Kartei ist nicht feinalphabetisch, sondern durch die oft variierenden Namensschreibweisen meist phonetisch.

- Sie enthält die Namen der Offiziere (und Militärbeamten bzw. Militärparteien im Rang eines Offiziers), soweit sie aus den erhalten gebliebenen Musterlisten und Standestabellen entnommen werden konnten.

Die Kartei ist n i c h t vollständig, da einige Musterlisten und Standestabellen nicht bearbeitet wurden, und zwar die der Grenzinfanterieregimenter Nr. 11 bis Nr. 17, des Fuhrwesenkorps und der Verpflegsmagazine.

Die Kartei enthält nicht die Offiziere der Stäbe (Generalquartiermeisterstab, Geniekorps, Mineurkorps, Ingenieurkorps, Pionierkorps usw.) und alle weiteren nicht in den Stand eines Truppenkörpers oder einer Formation gehörigen Offiziere, daher auch nicht die Beamten des Hofkriegsrates, des Feldkommissariats usw.

Namenslisten der Offiziere von den einzelnen Regimentern, Bataillonen, Korps usw. (in Kartons abgelegt). Die Namen der Offiziere sind nach dem Anfangsbuchstaben geordnet, jeweils chronologisch (erstes Aufscheinen als Offizier in den Musterlisten dieses Truppenkörpers) aufgelistet. Von jenen Regimentern und Formationen, die nicht in die Musterlisten-Kartei eingearbeitet wurden, gibt es auch keine Namenslisten.

Kartei zu den Bäckerakten (in langen Karteikästen).

Information on related materials

Related material:In der Sonderreihe des Hofkriegsrates: Armee-Schemata (AT-OeStA/KA ZSt HKR SR AS Akten HR) - Von den Armee-Schemata stellen insbesondere die Nr. 191 bis Nr. 193 wichtige Ergänzungen zu den Musterlisten dar (enthält Offizierslisten von 1743 - auch von Regimentern, von denen nichts im Bestand Musterlisten zu finden ist).
Publications:Inventar des Kriegsarchivs, Bd. I (1953), S. 74-92;
Rainer Egger: Das Kriegsarchiv und seine genealogischen Quellen, in: Scrinium, Bd. 5 (1971);
Renate Domnanich: Die Militärmatriken und andere Bestände des Kriegsarchivs als Quellen der genealogischen Forschung, in: MÖStA, Bd. 49 (2001), S. 97-107;
Christoph Tepperberg: Die Musterungs- und Standesakten der k. k. Armee am Beispiel der Ersten Triester Marine 1786-1797, in: Scrinium, Bd. 38 (1988);
Christoph Tepperberg: The Austrian War Archives in Vienna and its Records pertaining to Personnel, in: East European Genealogist, Winnipeg, Vol. 8 No 4, Summer 2000.

Additional comments

Comments:Da die Regimenter oft nach den Regimentsinhabern benannt in zeitgenössischen Schriftstücken aufscheinen, ist zur Auswahl des richtigen Regiments insbesondere das Werk von Alphons Freiherrn von WREDE: Geschichte der k. u. k. Wehrmacht (die Bände sind nach Truppengattungen gegliedert und enthalten alphabetische Namensverzeichnisse der Regimentsinhaber) heranzuziehen!
 

Related units of description

Related units of description:none
 

Usage

End of term of protection:12/31/1850
Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?id=2181
 

Social Media

Share
 
Home|Login|de en fr it nl
Online queries in archival fonds