AT-OeStA/HHStA RK Maximiliana 1-6-5 Instruktion für Rudolf Fürst von Anhalt und Graf zu Askanien und andere für ihren Ritt gegen das Königreich Ungarn., 1490.04 (Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde))

Archivplan-Kontext


Angaben zur Identifikation

Signatur:AT-OeStA/HHStA RK Maximiliana 1-6-5
Titel:Instruktion für Rudolf Fürst von Anhalt und Graf zu Askanien und andere für ihren Ritt gegen das Königreich Ungarn.
Entstehungszeitraum:04.1490
Stufe:Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)

Angaben zu Inhalt und Struktur

Regest:Instruktion für den Fürsten Rudolf [IV.] von Anhalt[-Bernburg], Grafen von Askanien (herrn Rudolffen, fursten zu Anhalt und graven zu Ascanien), Matthias [Scheit], Bischof von Seckau (herrn Mathiasen, bischofen zu Segkaw) Benedikt Fieger, Domdekan von Brixen (herrn Benedicten Fuger, thumbdechannt zu zu [!] Brichsen) Veit von Wolkenstein und Ackoy (herrn Veitten, herrn zu Wolckenstein und zu Ackoy) Andreas von Polheim (herrn Anndreen von Polheim) Christoph von Hohenfeld (herrn Cristoffen von Hohenfeld), Marquard Breisacher (herrn Marquarden Breisacher), Dr Wilhelm Kretzl (doctor Wilhelm Kretzl), Jörg Oeder (herrn Jorgen Oder), Wolfgang Grappler (Wolfgangen Grappler), mit dem Auftrag, bei den Prälaten, Herren und anderen Untertanen des Königreichs Ungarn, die sich bei der Gelegenheit der Wahl des neuen ungarischen Königs am 16. Mai 1490 (suntag vocem iocunditatis) zu Ofen (Ofen) versammeln sollen, für die Interessen des Römischen Kaisers [Friedrich III.] einsetzen sollen (werbung zutund). Als [KM] die Nachricht vom Ableben des ungarischen Königs Matthias (kunig Mathiasen zu Hungern) überbracht worden ist, befand er sich nicht beim Kaiser, sondern in Innsbruck. Daher hat er sich beeilt, ein Gesuch nach Ungarn zu schicken (suchung in das kunigreich zu Hungern getan) und darüber auch den Kaiser zu benachrichtigen, der durchaus im Stande ist, den Anspruch, den er auf das Königreich Ungarn hat, durchzusetzen und die Regierung desselben an sich zu bringen (die sich darauf versteen lassen, die gerechtikeit und verschreibung, so die umb das kunigreich Hungern hab, selbs zu suchen und zu gebrauchen und die wirde und regirung desselben kunigreichs auf ir persone zu keren) und sein Leben lang zu halten. Dabei ist er entschlossen, seinen Sohn als Herrscher einzusetzen (in solichem regiment zu irem gubernator), damit dieser dem Königreich Ungarn Frieden sichern und den Widerstand gegen die Ungläubigen (unglaubigen) aufrechterhalten kann. Der Kaiser hat daher den [Erb]grafen der Zips und Hauptmann Stefan [Zápolya] (Steffan im Zibs, der sich einen haubtman nenne) bereits zweimal schriftlich ersucht, seiner Gesandtschaft sicheres Geleit ins Königreich Ungarn zu gewährleisten (gewarsam gleitt zu geben), seiner Bitte ist jedoch immer noch nicht stattgegeben worden. Deshalb war er bisher nicht in der Lage, eine Gesandtschaft von Fürsten und anderen zusammenzustellen, obwohl er sich das sehr wünschen würde. Selbst seiner Person wird das Geleit wohl nur sehr kurzfristig vor [dem Termin der Königswahl] bereitgestellt werden, sodass er nicht in der Lage sein wird, noch vorher eine Gesandtschaft zu entsenden. Er bittet daher die Adressaten der Instruktion, dies zu verstehen. Sie sollen bedenken, dass der Kaiser in der Vergangenheit als König von Ungarn furgenomen wurde und von [den ungarischen] Prälaten, Herren und Vordern, von denen noch viele am Leben sind, erwünscht war (weren erbetten worden). Das Königreich lag bereits schon einmal in seinen Händen und ist nur zeitweise an Matthias übergegangen – wozu der Kaiser gnädig eingewilligt hat und Matthias' Gesandte (volmechtig pottschaft) sich verpflichtet haben. Matthias ist aber ohne legitimen männlichen Erben verstorben und daher sollten die ungarischen Stände keinen anderen als den Kaiser oder einen seiner Söhne, falls dieser mehrere hätte, zum neuen König von Ungarn wählen.
Die verschreibung der ungarischen Prälaten und Herren wurde ratificirt und approbirt und auch von Papst Pius [II.] selbst bestätigt (confirmirt und bestétt). [Die kaiserlichen Gesandten] sollen die besagten Repräsentanten der ungarischen Stände daran erinnern und sie bitten, niemand anderes als den Kaiser zum ungarischen König zu krönen. Nachdem dies geschehen ist, möchte er sich bei der Bildung einer neuen Regierung und Besetzung der Ämter gerne von ihnen beraten lassen und ihre althergebrachten Freiheiten und Privilegien aufrechterhalten. Ämter und Würden, die ihnen von König Matthias unrechtmäßig weggenommen worden sind, sollen ihnen wieder zurückgegeben werden. Mit neuen Steuern, Abgaben und Belastungen möchte sie der Kaiser wider ihr althergebrachtes Recht nicht beschweren. Falls die Gesandtschaft merken sollte, dass die ungarischen Prälaten, Herren und andere Mitglieder der Versammlung nicht geneigt sind, den Kaiser, sondern jemanden anderen zu wählen, der diesem in irgendwelcher Art und Weise widerstrebt, sollten sie dafür ihr Bestes tun, dass der tatsächliche Tag der Wahl so weit hinausgeschoben wird, dass der Kaiser noch die Gelegenheit bekommt, bei der Versammlung zu erscheinen und mit [den ungarischen Adeligen] zu verhandeln. Widrigenfalls werden andere Gesandten eingesetzt – solche, die sich geschickter anstellen können (treffenlicher pottschafft). Diese sollen sich bei den Verhandlungen so verhalten, wie der Kaiser es befohlen hat: in seinem besten Interesse, nur im Bezug auf seine eigene Person, niemand anderem zugunsten – weder öffentlich noch heimlich, so wie sie es ihm treu geschworen haben. Der Kaiser hat keine Zweifel, dass sich seine Gesandtschaft an diese Instruktion halten wird. Falls die Versammlung der ungarischen Stände jemand anderes als ihn wählen sollte, wozu sie weder Macht noch Recht habe, darf die Gesandtschaft hierzu keinesfalls zustimmen (zu gehellen noch zu verwilligen). Im Gegenteil soll sie den ungarischen Ständen klarmachen, dass der Kaiser damit rechnet, dass sie sich ihre eigenen Urkunden (brief und sigel) vor Augen führen und den Kaiser bei ihrem rechtmäßigen Anspruch auf die ungarische Krone verbleiben lassen. (Maximilian I. - RIplus Managing Maximilian (1493-1519) 2 n. 260)
Aussteller:[Maximilian]
Empfänger/Vertragspartner:Fürst Rudolf [IV.] von Anhalt[-Bernburg], Graf von Askanien, Matthias [Scheit], Bischof von Seckau, Benedikt Fieger, Domdekan von Brixen, Veit von Wolkenstein und Ackoy, Andreas von Polheim, Christoph von Hohenfeld, Marquard Breisacher, Dr. Wilhelm Kretzl, Jörg Oeder, Wolfgang Grappler
Ort:s.l.
Sprache:Deutsch
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Angaben zur Benutzung

Reproduktion vorhanden:Digitale Aufnahme

Angaben zu verwandtem Material

Website:Maximilian I. - RIplus Managing Maximilian (1493-1519) 2 n. 260

Weitere Bemerkungen

Bemerkungen:fol. 10-13
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:keine
 

Benutzung

Schutzfristende:31.12.1520
Erforderliche Bewilligung:Kein Zugang (Reservatbestand)
Physische Benützbarkeit:Nicht möglich
Zugänglichkeit:Ausgewählte Archivmitarbeiter/-innen
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://www.archivinformationssystem.at/detail.aspx?ID=3004796
 

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